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Steichhölzer - Matches   PDF  Drucken 

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DER MALER KANN LÜGEN; ABER NICHT DAS GEMÄLDE.

                                                               (GIAMPIERI 1975)

 

                                     *************

 

 ICH UND DIE STREICHHÖLZER

 

 

Mit dieser Serie, die ich schon seit sehr, sehr vielen Jahren immer wieder fortsetze, mit ständig neuen Formen und Ideen bereichere , will ich eigentlich Zweierlei.

 

Erstens, mit der elementaren und mir gefallenden Form des Gegenstandes Streichholz spielen, arbeiten und damit komponieren., wenn man das so nennen will. Mir gefällt einfach, mit diesem unscheinbaren länglichen Stückchen Holz zu experimentieren, die schlichte Form dieses Gegenstandes fasziniert mich und ich kann es einfach nicht lassen, sie in allen möglichen Formationen, Größen und Kompositionen zu malen.

Ohne den zweiten Punkt zu berücksichtigen, sind das alles natürlich sehr plakative Werke, die eigentlich nur dem Zweck der augenscheinliche Gefälligkeit dienen.

 

Bei meinen Gemälden, das Streichholz an sich bleibt immer das Gleiche, nur der Hintergrund die Größe und Zusammenstellung wechseln sehr fantasievoll und farbenfroh. Viele sind im starren Zustand dargestellt. Bewegungen finden sich wenn überhaupt sehr schwer und sporadisch, dies ist auch so gewollt. Ich möchte damit stets den Zeitpunkt des noch nicht Geschehenen festhalten und einfrieren.

Alleine die gebrauchten Streichhölzer geben in aller Stille die kaum richtig wahrnehmbare Vorstellung des schon Gebrauchtseins. Warum, wo, für was, hat dieses Streichholz seinen Zweck und Kraft geboten?

 

Und damit kommen wir zum zweiten Aspekt dieser Arbeiten, der viel wichtiger und mehr von gedanklicher Wertigkeit geprägt ist.

 

Ich muss und will meine Vorliebe für diesen inzwischen "unbedeutenden" und leider absolut unterschätzen und kaum mehr gewürdigten Gegenstand kundtun.

In den heutigen Zeiten des Fortschritts und der Technik regiert ein hohes Maß an Oberflächlichkeit und demzufolge wird dieser, an sich immer noch sehr wichtige Gegenstand, vergessen und liegen gelassen.

Dabei sprüht er nur von Vollkommenheit und Bedeutung. Wie schon gesagt, allein seine Formen sind einfach wunderschön und die Zweckmäßigkeit ist so grandios, dass ich nur über sie einen ganzen Vortrag schreiben könnte.

Das Streichholz ist überdies reine Natur, es vereinigt zwei verschiedene Zweige der Natur in sich: der außerhalb des Erdkerns mit seinem Holzstiel und Teile unseres inneren Planeten. Als Kopf hat er nämlich nicht wenige Teile unseres Universums und Erde. Die gleiche Erde, auf der wir leider immer öfter sehr unbewusst leben. Haben wir vergessen, dass " Schwefel " eigentlich aus Vulkanen stammt? Ein Element aus dem Inneren unserer Erde, dem Platz, auf dem wir existieren.

Ein einfaches Streichholz vereinigt in sich auch Bedeutendes wie Leben und Zerstörung, Freude und Verderben, Hoffnung und gleichzeitig Vernichtung. Alles wichtige und bedeutsame Parallelitäten, die uns wenigsten zum Denken und zum Reflektieren animieren sollten.

 

Aus einem Streichholz kann vieles entstehen, das uns unendliche Hilfestellung aber auch Schmerzen bereiten.

Ein schönes Grillessen, unbekümmert und wohlschmeckend. Parallel kann es aber auch vorkommen, dass das Gartenhäuschen, der Balkon, die Küche, die Wohnung und sogar das ganze Gebäude in Brand stehen kann. Der materielle Verlust ist immer zu verkraften, aber die häufigen Verbrennungen und schlimmeres, sind nur mit sehr viel Schmerz und Traurigkeit zu erdulden.

 

Es trägt zum Beispiel dazu bei, einen gemütlichen und sinnlichen Abend am Kamin, bei tobenden Unwettern zu erleben und genießen. Am Ende entsteht daraus womöglich ein neues Wesen, dass, wenn wir der Fantasie freien Lauf lassen, vielleicht später Pyromane werden kann und unzählige Brände mit allen möglichen negativen Konsequenzen verursachen kann. Aber vielleicht auch Ingenieur wird und eine neue revolutionierende Sprühdüse für die Feuerwehr erfindet, um schneller, besser und effizienter Brände zu bekämpfen.

 

Vor einem mit einem Streichholz angezündeten Kerzenlicht haben bedeutende Schriftsteller ihre Werke geschrieben. Die gleiche Kraft hat unzählige Berge von indizierten Bücher verbrannt und vernichtet.

 

Wie stimmungsvoll ist das Anzünden der Weihnachtkerzen auf einem Weihnachtsbaum im Kreise seiner Familie und Lieben. Wie furchtbar abscheulich ein Waldbrand.

 

Wie freudig das Anzünden der ersten Geburtstagskerze vom eigenem Kind. Wie barbarisch das Verbrennen von Kultopfern, nicht selten gerade Kindern.

 

Wie "gut" Rauchern das Anzünden einer Zigarette, Pfeife oder Zigarre tun kann nach einer gewissen Zeit der Enthaltsamkeit. Wie bekümmernd das Anzünden einer Haschischzigarette oder Erhitzen einer Heroindosis bei Jugendlichen ist.

 

Ich könnte diese Auflistung von Vergleichen noch lange fortführen, aber es sollte reichen, um zu erkennen, wie Gutes und Böses sehr nahe beisammen sind.

 

Wenn man das so betrachtet, kann man leicht konstatieren, wie alles unkompliziert und friedlich sein kann, aber gleichzeitig ausnahmslos im Totalen gegenseitig umkippen kann. So komplex und frugal kann alles sein. Unvorstellbare Freude oder Leid kann ein kleines Streichholz verursachen und das alles in seiner bemerkenswerten Einfachheit. Das alles vergessen wir leicht wegen seiner Unscheinbarkeit.

 

Nein, nein, das Streichholz verdient immer noch seine Berechtigung und sein Dasein, sei’s im Guten wie im Bösen und hat Achtung und bessere Anerkennung verdient.

 

Und zum Schluss, der beste Grund, warum ein Streichholz unsere Würdigung verdient, ergibt sich aus der Tatsache, dass es sich bedingungslos zu unserer Verfügung stellt. Erst wir Menschen, mit unserer Entscheidungskraft, sind diejenige, die fähig sind, es zu benutzen und daraus Gutes oder Böses hervorzubringen. Das Streichholz an sich hat ein sehr ruhiges und friedliches Wesen und ist bestimmt nicht verantwortlich für unsere intelligenten oder weniger intelligenten Taten.

Ohne viel an es zu denken, maßen wir uns immer an die alleinigen zu sein, die die Verdienste und Lorbeeren einhamstern, die aus der Auswirkung seiner jederzeit abrufbaren versteckten Fähigkeiten resultieren.

Der Zweck heiligt die Mittel, aber genau so oft das Umgekehrte, aber stets vergessen wir sehr schnell, dass es ohne das Streichholz in der Vergangenheit, jetzt und in der Zukunft niemals die Auswirkung gegeben hätte, vorüber so viel gesagt, geschrieben und gelitten wurde.

Meine Hommage an das Streichholz wird niemals an Kraft verlieren und erlöschen, sondern ich werde alles dafür tun, damit es die Mitte unserer Gedanken erreicht, darin bleibt und nicht endgültig in Vergessenheit gerät.

 

GIAM

 

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Geduld, geduld, das ist eine tugend.

                                                (GIAMPIERI 1999)