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 Werke dieser kategorie können sie aber schon  in der spalte galerie betrachten. 

**********
DORT WO DAS DUNKEL

das heitere verdeckt

schaue ich und denke,

der traum verschwindet.

Endlich wach,

nehme ich das rot und blau,

gelb und grün schreinen,

die rufen mich und ich male.

                                                       (giampieri 1973)

 

                                   ********************

Endlich habe ich die Zeit für den  GRÜNEN BOHNEN Text.  Ciao und viel spass !?

Ich muss euch etwas erzählen, damit ihr das weiter erzählen könnt.

 

Auf der Suche nach einem Galeristen war ich neulich auch im Puff, wo aber mitten drin eine Razzia der Polizei alles sprengte und ich in Eile und ohne Unterhose mich gerade so durch das Dachfensterchen auf das Dach erst mal retten konnte. Auf dem Dach, auf dem Weg zu der enggeschlungenen, aber auch verdammt verrosteten metallenen äußeren Feuertreppe rutsche und fiel gerade eine halbnackte Frau das Dach hinunter. Zwei andere flüchtende Männer fielen wegen nachlassenden, durchgerosteten Treppenstufen in die Tiefe. Es gab zum Glück keinen Toten, nur ein paar Verletzte und viele Verhaftete.

 

Außer Atem aber glücklich, mich endlich unten am Boden zu befinden, rannte ich durch die verschlungenen Hinterhöfen und war froh, mich unverletzt gerettet zu haben. Ich stieg hastig die erste U-Bahntreppe hinunter, um meine Suche fortzuführen. Groß war meine Überraschung, als ich hörte, dass der gesamte Betrieb total eingestellt würde wegen sechs Fahrradfahrern in einem der Tunnel. In einem anderen Tunnel waren zwei Großfamilien beim Picknicken. Ich glauben auch gehört zu haben, dass mitten in einem weiteren Tunnel sogar Hunderte von Leuten an einer improvisierten Darbietung eines Musikanten am Toben und Klatschen waren. Für den Verkauf von Würstchen und Trank auf dem "Konzert" streiten sich mehrere fliegende Händler und bewarfen sie sich mit fettige Pommes und Currywurst.

 

Na ja, ich hörte mir das ganze gar nicht weiter an und ging notgedrungen wieder raus aus der U-Bahn Richtung Mainufer, um so schneller in die Innenstadt zu gelangen. Es dauerte aber nicht lange und ich wechselte unfreiwillig mein Fortbewegungsmittel. Vor der Finanzkrise flüchtende Banker samt Köfferchen, Laptop, Schnuller im Mund und Playboy unter Arm verursachten bei ihrer Flucht einen solchen Wirbelwind, dass ich direkt und ohne Umschweifen brutal in den Main katapultiert wurde. Ich landete im kalten Wasser und die gewaltige Strömung nahm mich in ihre Gewalt.

Ich musste jetzt versuchen, meinen Weg schwimmend fortzuführen. Danke !, schwimmend !, ich kann doch gar nicht schwimmen, dachte ich voller Entsetzen nach der erste Schrecksekunde. Ich schrie und schrie um Hilfe. Die Strömung spülte mich in alle Richtungen und war nicht willig, mich so leicht aus ihren Fängen freizulassen. Keiner bemerkte mich. Ich trank dabei einiges an Mainwasser, das wie Politik schmeckte: abgestanden und lebensgefährlich. Meine immer leise werdenden Hilfeschreie wurden endlich, letztendlich und tatsächlich von einem gerade über der Stadt fliegenden Piloten eines Airbus A 380 gehört, hoch, hoch hinaus am Himmel, bestimmt 10.000 km weit. Der gute, aufmerksame und hilfsbereite Pilot flachste nicht lange, stürzte sich mit seiner Maschine im Blindflug hinab und mit einem halsbrecherischen Manöver zwischen den Hochhäusern, schaffte er es, dass eine Stewardess mir einen Fallschirm aus dem Flugzeug zuwerfen konnte. Die ganze apokalyptische Szene, die dröhnenden Rolls-Royce Motoren und die laut heulenden und sich drehenden Propeller verursachte zum Glück eine solche Aufmerksamkeit, so dass ein am Stock langsam gehender 85-jährige Spaziergänger am Ufer seinen gesenkte Kopf hochhob. Er riss sich blitzschnell von seiner 93-jährige Gattin los und sprang in den Main, um der Fallschirm zu bergen. Gut, dass ich mich fest an dem Fallschirm festangeklammert hatte. So wurde ich mit gerettet, banal aber erfolgreich. Der völlig aufgelösten, schreienden und weinenden Gattin meines Retters in spe schenkte ich als Danke die Bushido CDs, die ich aus dem Puff mitgehen ließ. Sie fiel daraufhin augenblicklich zu Boden und wurde bewusstlos. Gar nicht so falsch, so hatten auch die mehreren Sanitäter aus den verschiedenen Rettungswagen Arbeit und Beschäftigung und retteten die arme Frau. Ich wollte nicht mehr, ich rannte los.

 

Jetzt hatte ich aber die Faxen dicke, wo sind die Galeristen, gibt es überhaupt welche? Ich hielt ein vorbeifahrendes Taxi an und wollte mich ins “Künstlerviertel“ fahren lassen. Er wusste zwar nicht genau, wo dieses genau sein sollte, war aber willig, meinen Zielwunsch zu erfüllen und zu erreichen. Eine gute, flexible und belastbare Arbeitskraft war er, so wie man sie sich eigentlich wünscht, bzw. “die Wirtschaft“ sich wünschen. Nach circa drei Stunden Irrfahrt durch die Stadt gab er schließlich entnervt auf und ließ mich einfach am Rande der Stadt raus. Fahrkosten brauchte ich nicht zu bezahlen, er würde das als irgendwas steuermildernd absetzen.

 

Ich fühlte mich jetzt wie am Ende der Welt und hatte immer noch keinen Galeristen gefunden. Zu meiner Linken war die große, laute, verpeste Stadt, zu meiner Rechten der schöne, stille, gesunde und “noch“ eintrittfreie Stadtwald. Ich entschied, in den einstweilen dunklen Wald zu gehen, da würde ich bestimmt leichter den Galeristen oder am besten eine Galeristin finden. Womöglich mit einem roten Käppchen auf dem Kopf. Ich würde sie dann heroisch vorm böse Wolf retten, und sie dagegen meine Bilder aus Dankbarkeit ausstellen. Genau davon träumte ich, während ich ins Dickicht des Waldes hinein ging, um mich dann prompt zu verirren. Mein Gesicht und meine Händen waren inzwischen verkratzt und blutig wegen des immer dichter werdenden Gestrüpps.

Ich weiß nicht mehr, wie viele Stunden des Marsches ich schon hinter mit hatte, als ich ganz, ganz weit entfernt, kaum bemerkbar, ein kleines, schwaches Licht wahrnahm. Ich ging der Richtung nach, kam aber leider nicht allein bis dahin, auf halbem Wege wurde ich von drei Wichteln angehalten und sozusagen höflich, aber bestimmt aufgefordert, sie zu ihrer Behausung zu begleiten.

Ich verstand nicht mehr, entführt oder so ähnlich von Wichteln? Was sollte das, lief noch der richtige Film ab? Ich blieb auf jeden Fall sehr ruhig und besonnen und ließ mich ohne Widerstand abführen und anschließend in einen großen, riesigen Raum sperren. Es war innen alles sehr dunkel, schwarz, unheimlich. Würden sie mich jetzt womöglich noch umbringen? Ich habe doch nichts Schlechtes getan, ich suche doch nur einen Galeristen?

Es dauerte circa eine Stunde, bis eine schwache Beleuchtung anging.

Ich brauchte ein paar Minuten, um meine Umgebung deutlich zu erkennen und zu verstehen.

Wahnsinn, unglaublich, unfassbar, ich träumte nicht, ich stand tatsächlich mitten von Bergen von Kisten voller grüner Bohnen. Alles war voll bis unters Dach, soweit das Auge reichte, grüne Bohnen, immer und überall grüne Bohnen. In eine Ecke stand noch ein Tisch voller Gerümpel mit Stuhl.

Auf dem Weg zum Tisch hörte ich noch die Wichtel hinter der Tür schreien, dass ich ab jetzt alle grünen Bohnen ordentlich und akkurat säubern sollte. Und das gefälligst mit zwei Schnitten, an beide Enden und mit möglichst wenig Verschnitt. Das ganze Gemüse musste ich verarbeiten, alles bis zu den letzten grünen Bohnen. Wenn ich fertig wäre, könnte ich dann meinen Weg fortführen. Es gibt aber da draußen in der Freiheit noch anderen gefährliche, bunte Gestalten, brüllte laut, warnend aber bestimmt gutgemeint einer der Wichtel mir nach. Ho je, verflixt noch mal, in was war ich denn da plötzlich rein geraten? Es half nichts, keine Arbeit, kein Essen, keine Arbeit, keine Freiheit.

So geschah, dass ich anfing, grüne Bohnen nach grünen Bohnen zu schnipseln, ein Schnitt rechts, ein Schnitt links, und so weiter und so weiter. In den wenigen Augenblicken klaren Verstandes dachte ich an die Tonnen und Abertonnen von grünen Bohnen, die ich noch von mir hatte. Es würde lange Zeit dauern, das alles zu bewältigen, überlegte ich voller Resignation und arbeitete weiter, und immer weiter.

 

Achtung, ich höre was, die Wichtel kommen, ich bekomme jetzt endlich mein Essen, blanchierte grüne Bohnen, ich muss Schluss machen. Den Fortgang der Geschichte erzähle ich euch vielleicht bei der nächsten gelegenheit.

 

Übrigens, ich hatte nur Bohnen zur Verfügung, einige Werke die ich in der gefangenschaft gemacht habe, können sie im Galerie>>Serien>>...usw...betrachten.

 

Lebt alle wohl

 

GIAM

 

PS: Der Text und die gezeigten Werke hier und auf meiner HP sind urheberrechtlich geschützt und unterliegen dem Copyright. Jeglicher Nachdruck auch partiell nur mit meiner ausdrücklichen Zustimmung.

 

  DAS HOLZ UND ICH

 

Ich sehe diese Plastikserie, die ich Ende der 70er Jahre angefangen habe, als meinen Beitrag, anderen mitzuteilen und begreiflich zu machen, wie essentiell und wunderschön das Material Holz war und ist.

 

Im übertragenen Sinne also, die Natur allgemein, der Wald, die Bäume, und die Pflanzen.

Wie kleine und mickrige Individuen sind wir im Vergleich zu der Natur.

Darüber hinaus müssen wir uns, als "intelligenteste Wesen", nicht betrachten und benehmen als die absoluten Übermenschen. Gegenüber der Natur wäre eigentlich ein gesundes Maß an Bescheidenheit nötig und angebracht.

Ich will in diesem Kontext gar nicht anfangen euch zu erklären, was darüber hinaus die Natur, die Bäume und das Holz lebensnotwendig für die Pflanzen- und Tierwelt ist, und selbstverständlich indirekter Weise für uns Menschen umso mehr.

Ich möchte und will mit meinen Arbeiten zum Nachdenken animieren, wie wir viel zu oft das wertvolle und schöne Material Holz einfach und gedankenlos benutzen und beim nicht mehr Gebrauch einfach vernichten. Allzu oft, besser gesagt fast immer, wissen wir es nicht richtig zu schätzen.

 

In meinen kleinen Plastiken ist immer ein Miniaturmesser, das für uns Menschen stellvertretend das Holz symbolisch verletzt. Eine kleine dünne Blutspur rinnt herunter und symbolisiert damit die Verletzbarkeit und den Tot des Baumes mit all seinen Konsequenzen. Bei größeren Arbeiten sind natürlich echt große Messern und Äxte eingearbeitet.

 

Mit diesem herausrinnenden Blut will ich der Natur eine Stimme geben, die uns mahnt und darüber hinaus uns bitten soll, besonnen und pfleglich mit ihr umzugehen. Bei manchen Plastiken kommt es auch vor, dass eine dünne "Grünspur" aus der Verletzung herunter rinnt. In diesem Zusammenhang bedeutet dies, dass ich noch Hoffnung sehe und dies mit der grünen Farbe zum Ausdruck bringe.

 

Wir scheinen allzu schnell vergessen zu haben, wie wichtig und lebensnotwendig für unsere Entwicklung das Holz seinen Beitrag geleistet hat. Für unsere Vorfahren war Holz eine der unverzichtbaren Materialien, und vieles hat doch angefangen, mit dessen Verarbeitung und Nutzung.

Damals hat man es besonderes gebraucht, für wichtige Sachen bearbeitet und es hat unbestreitbar dazu beigetragen uns richtige und wichtige Sprünge in unserer Entwicklung zu ermöglichen.

Vergessen, das früher aus Holzteller gegessen wurde, dass man mit Holzlöffel die Speise zum Mund getragen hatte und dass man aus Holzbecher den Durst gestillt hat?

Holz ist als Reifen benutzt worden, und das Transportmittel darauf bestand aus einem Wagen aus Holz etc, etc.

Die Zeiten haben sich natürlich richtigerweise geändert und viele Gegenstände sind jetzt aus anderen Materialien, und das ist auch richtig. Vieles ist dadurch auch besser und intelligenter gelöst worden. Alles richtig und korrekt.

Aber irgendwann kommt man zwangsläufig zum Punkt meiner Kritik.

Durch diese ganze Entwicklung und Fortschritte, haben viele scheinbar vergessen, die gebührende Wichtigkeit an diesem Material zu zollen.

Ich konstatiere sehr oft, wie schnell die Leute Gegenstände und Allgemeines aus Holz wegschmeißen und das gefällt mir nicht. Dagegen protestiere ich.

Keine Angst, nicht tiefgründigeres oder radikaleres verbirgt sich hinter meinen Gedanken, nur der Wunsch, dass wir endlich von dem hohen Ross, das wir uns selbst erschaffen haben, herunter kommen und Vernunft und Besonnenheit walten lassen.

Wir Menschen müssen lediglich kapieren, dass wir Holz benutzen dürfen, aber nicht verschwenden sollen. Punkt, basta. Außerdem sollten wir das nicht mehr zu gebrauchende Material besser neu verarbeiten und zu anderen Zwecken benutzen.

 

Wie oft habe ich selber wunderschöne Sachen aus dem Sperrmüll gerettet und nach einer kleinen Restaurierung in ihren früheren Glanz wiederversetzt. Wunderschöne Gegenstände

und handwerkliche Arbeiten, die eigentlich vor ihrer unmittelbaren Vernichtung standen. Sie erfreuen jetzt meine Augen, die meiner Familie und die meiner Gäste.

Es schmerzt mich unendlich zu konstatieren, dass sie erst jetzt plötzlich etwas Besonderes wieder geworden sein sollten. Eigentlich waren sie das auch vor meiner Endeckung. Vielleicht etwas in der Stille, aber das Material auf jeden Fall. Genau das ist der Punkt, auf den ich meine Aufmerksamkeit richten will.

Holz lässt sich so gut verarbeiten, dass auch Teile in einem scheinbaren desolaten Zustand widerherstellbar sind, und das auch mit einfachen Mittel.

 

Um zum Thema zurück zu kommen. Wir dürfen und müssen aus der Natur schöpfen, aber gewiss keinen Raubbau treiben, oder dies zulassen.

Das Holz, dieses Naturprodukt, das uns soviel hilft und in allen möglichen Gestaltungen und Kunstformen uns erfreut, müssen wir unbedingt schützen und in Masse benutzen.

Aus dieser Serie sind bis jetzt nur kleine Plastiken entstanden und fertig. Größere Arbeiten sind zwar ausgedacht und entworfen, aber aus Platzmangel und Finanzierungsmangel noch nicht realisiert.

 

Ich beende jetzt diese kleine Abhandlung, meine "Botschaft" ist und bleibt, „schöpf ruhig aus der Natur mit Bedacht und Besonnenheit, was du unbedingt brauchst. Nur, und nur wenn das so geschieht, wird sie nichts dagegen haben.

Wenn nicht, werde ich, wie auch andere Gleichdenkende, für sie sprechen.

GIAM


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