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Gipismo   PDF  Drucken 

 werke dieser STILRICHTUNG können sie schon  in der spalte    galerie betrachten.

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     gemälden sollten immer provozieren

        sonst gäbe es keine gute künstler.

                                                  (GIAMPIERI 1975)

                              *******************
 

          egal was du denkst und sagst,

               die sonne geht unbeirrt

               von westen nach osten.

                                                 (hoffentlich verstanden)

 

                                                  (GIAMPIERI 1984)

                             *******************

 ATTENZIONE    ATENTION   VORSICHT

 

 

Diese Zyclus ist nicht mit dem neuen GIAMPIGRAMMI und GIPISMOTRE in plastischer Medaillonform zu verwechseln. DARÜBER MEHR, WENN ICH ZEIT HABE. Einfach in google,   Giampieri Unicef   ,eingeben und an erste stelle können sie ein Werk Beispiel anschauen.
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GIPISMO 

 

 

Diese von mir selbst in den 70er Jahren ernannte Kunstform " Gipismo" ist eine Arbeit und Mitteilungsform, die schon zu meiner Kindheit entstanden ist.

Auslöser waren wiederum, wie so oft, meine Eltern, die als Forscher und Gelehrte schon in sehr früheren Zeiten die Möglichkeit hatten, die ganze Welt zu bereisen und alle möglichen Eindrücke aus derselben mitzunehmen und mir mitzuteilen.  

Nicht zu vergleichen zu der heutigen Zeit, das geschah alles zu einer Zeit, wo es sehr teuer und schwer war, das Ziel zu erreichen, geschweige das Ziel überhaupt zu kennen.

Meiner Mutter, unter anderem eine Ägyptologin, fand sehr früh die Möglichkeit, die verschiedenen und reichhaltigen Ägyptischen Kultstädten und Pyramiden zu besichtigen und erforschen. Bis zu den letzten Winkeln durfte sie zusammen mit meinem Vater, Mathematiker, aber in dieser Situation ihr Begleiter, Wasser- und Taschenträger und Fotograf, eindringen. Viele, viele Bilder entstanden bei diesen Besichtigungen und zusammen mit allen möglichen käuflichen zu erwerbenden Mitbringseln erduldete ich schon als 4-5 jähriger, kleine aber mit der Zeit immer größer und schwerer werdende Vorträge über diese fremde Kultur, Geschichte und Lebensweise.

Sie können sich leicht vorstellen, was dies bei mir verursachte, es waren die Hieroglyphen, die sich damals wie ein Bazillus in meinen Kopf einprägten. Ihre Form, ihre lineare Positionierung, ihre Regelmäßigkeit, ihre künstlerische Darstellungsform, ihre Genauigkeit, ihre Verschiedenheit, ihre bunte Pracht, ihre Darstellung, die leuchtenden Farben, ihre unvorstellbare Vielfalt, ihre heraus sprühende Mitteilung, Intensität, ihre Einprägsamkeit, ihre beteuernde Schönheit und vieles andere mehr.

All dies und mehr faszinierte mich und zog mich in nicht gekannte Bahnen. Diese ganzen Zeichen kreisten fortan in meinem kleinen Gehirn, gingen auseinander, trennten sich in Teilstücke, überdeckten und verschmolzen sich in meinen Gedanken und Geist mit unvorstellbarer Kraft und Intensität. Mein Schöpfergeist wurde erweckt und gefüttert. Es dauerte nicht lange und ich fing an, meine eigenen Zeichen und Formen zu erfinden. Jeder Blick von mir in die Ferne oder auch im Raum zeigte und eröffnet mir automatisch die Augen der Fantasie und Vorstellungskraft in immer neue und unbekannte Formen und Darstellungen. Nicht hinter einer altertümlichen Zeichensprache bin ich hergerannt (ich kapierte zu der Zeit ihre Bedeutung eh nicht), nein, einzig meine Fantasie zog und zerrte mich auf ihren eigenen Weg, kompromisslos und erbarmungslos.

Auf diesen imaginären Wegen erfand und kreierte mein Kopf diese ganzen Zeichen, immer neue Zeichen, sie waren im ersten Moment nicht wichtig, sie waren aber von Anfang an nur einfach zu viele. Nicht ihre Bedeutung, ihre neuen Formen, meine erdachte Darstellung waren das angestrebte Ziel meinen Gedanken und Empfindungen.

Gerade ihre Unbedeutungslosigkeit war damals für mich wiederum ihre Potenz. Zu keiner Zeit haben sie einen jeglichen Einfluss und genauere bedeutung gehabt, ihre Darstellung war ihr Sinn. Heute ist es anders, kompliziert, signifikant sind die geworden und besitzen eine höhere, genaue Bedeutung und Wichtigkeit.

Um zurückzukommen: Ich befand mich damals alsbald in einer ausweglosen Situation, die sich selbständig reproduzierenden Gedanken mussten unbedingt eine Methode und Lösung finden, um einen Ausgleich zu diesen ganzen fortlaufenden ungeordneten Zeichen in meinem Kopf zu bearbeiten, einzuordnen und in meinem kleinen Gehirn zu speichern und möglichst zu verewigen. Dieses Ventil fand ich in Form von Lapis und Papier, viel Papier, viele Lapis aber niemals Radiergummi.

Ich zeichnete sie einfach, verschenkte sie, schmiss sie weg, tauschte sie gegen Fußballkarten, gegen Briefmarken, wie gesagt, sie hatten an und für sich absolut keinen erkennbaren Wert für mich.

Diese ganzen Prozesse ereigneten sich in einem Stadium des vollen Bewusstseins, was aber im Laufe der Zeit in die unendlichen Sphären meines  Unterbewusstseins langsam verschwand. Schon damals, viele andere Ideen und Projekte drängten sich bei mir stärker in den Vordegrund, so dass anderes zwangsläufig in den Hintergrund verschoben werden musste. Sie waren dann nicht mehr so präsent in meinen Imaginationen und Gedanken, aber ihre Entwicklung fand fortan in verborgenen Ebenen und Sphären in meinem Gehirn statt. Alle meine damaligen Erlebnisse und Entwicklungen fanden parallellerweise mit der Entstehung neuer Figuren in meinem Unterbewusstsein statt, der Modus war sozusagen automatisch und selbständig.

Erst Anfang der 70er Jahren kam mir das Ganze wieder sehr präsent in den Kopf und ich fing erneut an, sie wieder zu Papier zu bringen. Ich malte und zeichnete sie in kleine Büchlein und sammelte sie fortlaufend.

Ich war jetzt ein junger Mann, trotzdem fing wieder das perfekte Chaos an, alles war wieder wie damals.

Das Ganze erwies sich erneut wie eine unlösbare Aufgabe, weil bei jedem neuen Zeichen, das ich malen wollte, wiederum automatisch viele neue in meinem Kopf entstanden.

Also, wenn ich mir zum Beispiel vornahm, ein paar Figuren zu zeichnen, kam ich über die erste überhaupt nicht hinweg, weil dies automatisch der Auslöser war zur Entstehung einer Unzahl von neuen, die wiederum auch zu Papier gebracht werden mussten. Und das Ganze musste auch selbstverständlich gleich geschehen, sonst gab mein Kopf nicht die in diesem Moment vorgedachte zweite, dritte, vierte oder weitere Figuren heraus. „Momentanheit“ gepaart mit unbedingter „Gleichzeitigkeit“ waren die Auslöser dieses ganzen, nicht zu lösende Durcheinanders. Das Problem vergrößerte sich zwangsläufig, indem auch die neu entstandenen Figuren wiederum neue hervorbrachten. Eine ausweglose Situation.

Jedes mal, wo ich mir vornahm welche zu malen, hatte ich am Ende viele Figuren gemalt, aber im Grunde genommen das Ergebnis war immer ein "nicht", "überhaupt nicht". Mein Kopf war danach in seiner Kapazität nicht entlastet, sondern umso mehr belastet. Nämlich die, die ich ursprünglich mir vorgenommen hatte wiederzugeben, kamen aus ihm überhaupt nicht heraus.

Sie mussten sich wieder in die undurchdringlichen Gänge meiner Fantasie nisten, sie alle, die vergessenen, schlummern höchstwahrscheinlich in meinem Kopf und in jedem Gedanken von mir wie ein heutiger guter Computervirus. In meiner Imagination kreisen Myriaden von ihnen wie die unzähligen Teilchen in unserem Universum.

Ab einer bestimmten Zeit beim Bildermalen fing ich an, sie überall in meinen Gemälden zu integrieren, am Anfang auf der für mich sträflicherweise unbenutzten Rückseite, später auch bewusst auf der Vorderseite. Auch mein Stolz, mein über alles geliebter alter Schmincke-Farbkasten musste daran glauben. Mit einem Nagel ritze ich lauter Gestalten und kleine Zeichen darauf. An den Rändern dieses Malkastens verewigte ich auch die Geburt dieser meiner Kunstform mit einem Text: Es entstand in mikroskopischer Schrift diese Aussage:

 

PIERCARLO; FEDERICO; ACHILLE GIAMPIERI NATO A MILANO IL 02071956 ABITA NELLA ERICH-KÄSTNER STRASSE * IN FRANCOFORTE SUL MENO IN GERMANIA. MEGLIO NESSUN PORTACENERE CHE UN PORTACENERE SPORCO. TRA L'UNO E IL MILLE CI SONO NOVECENTONOVANTOTTO NUMERI.

NASCHITA DEL GIPISMO 21101983 LUNEDÍ 24 OTTOBRE 1983 (unterschrift)

 

……………..BESSER KEINEN ASCHENBESCHER ALS EINEN SCHMUTZIGEN.
ZWISCHEN DER EINS UND DER TAUSEND GIBT ES NEUNHUNDERTACHTUNDNEUNZIG ZAHLEN. GEBURT VON GIPISMO 21101983................

Ab dieser Zeit begann ich, somit für mich offizielle Bilder über sie und von ihnen zu malen. Ich will nicht verschweigen, dass ein großer Wunsch von mir wäre, ein gigantisches, mastodontisches Großbild zu malen mit all diesen Zeichen, das müsste aber mindestens 10 -15 Meter Länge haben, oder besser mehr. Ich bin mir aber genau so sicher darüber, dass auch diese Riesenleinwand niemals imstande wäre, sie alle aufzunehmen.

Ich hoffe sehr, eines Tages dieses Projekt wenigsten teilweise zu Ende zu bringen.

Ab einem nicht mehr zuzuordnenden Zeitpunkt entstanden parallel zu den Zeichen auch ganz bestimmte einfache Strichmännchen.

Ich malte jetzt Bilder, wo diese Strichmännchen das Hauptmotiv waren, und die ganzen - mehr oder weniger - Zeichen einfach rundum ihren Platz fanden, eine neue Kompositionsform entstand. Diese Strichmännchen sind hauptsachlich in Frauengestalt dargestellt, höchstwahrscheinlich weil ich ihr Wesen sehr mag und angenehm finde und schätze, aber auch ihre Formen.

Diese grazilen stilisierten Frauenkörper sind immer nackt und auf das reduziert, was für mich ihr Wesen ist.

Drei Elementen, die alles sagen und entstehen lassen:

Erstens, ein großer Kopf, Synonym für Intelligenz, Willen und Gefühle.

Zweitens, ein schöner Busen, zur Freude des männlichen Geschlechts und Wesens. Aber außerdem auch als spendendes Element für die Fortpflanzung und unser Weiterleben.

Drittens, die großen und satten Schenkel sollen im ersten Moment den Blick und Gedanken auf die fleischlische Begierde lenken und fokussieren. Spender von so viel und schöner beiderseitiger Lustbarkeit, aber gleichzeitig, und umso wichtiger, auch Anfang neuen Lebens und seiner Erhaltung. Dies alles verknüpft mit ihren ganzen Hoffungen und Ängsten, allesamt und immer wieder, jedes zur richtigen Zeit und individuellen Wünschen.

GIAM

 

P.S.:  Das Ganze ist nicht mit dem neuen GIAMPIGRAMMI und GIPISMO TRE in plastischer Medaillonform zu verwechseln. DARÜBER MEHR, WENN ICH ZEIT HABE.

 

 

 

Danke an HIRUPA für die Grammatikkorrektur.

 

 

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